Brasilien - República Federativa do Brasil
Brasilien ist mit über acht Millionen Quadratkilometern das größte Land Südamerikas und das fünftgrößte Land der Erde. Deutschland würde flächenmäßig fast 24 Mal in Brasilien hineinpassen.
Das Land liegt im Osten Südamerikas. Ecuador und Chile sind die einzigen südamerikanischen Staaten, die keine gemeinsame Grenze mit Brasilien haben. Benannt ist Brasilien nach dem dort vorkommenden rot färbenden Brasilholz. Hauptstadt von Brasilien ist Brasília. 1987 erhielt die Stadt von der UNESCO den Titel eines "Weltkulturerbes" wegen der architektonischen Leistungen und weil sie die erste und einzige in diesem Jahrhundert neu gebaute Hauptstadt der Welt ist.
Den größten Teil Brasiliens nimmt das Bergland im Südosten ein, das sich landeinwärts langsam zum Amazonasbecken senkt. Das Amazonasgebiet ist das größte zusammenhängende tropische Tieflandgebiet der Erde und macht Brasilien zum Land mit dem höchsten Artenreichtum an Tieren und Pflanzen. Über 9000 Tier- und mehr als 55 000 Pflanzenarten sind in Brasilien beheimatet. Jedoch sind dort etwa 200 Tierarten vom Aussterben bedroht und die großen Waldgebiete gehen immer mehr zurück. Noch ein weiterer Aspekt macht Brasilien zum Land der Superlative: obwohl erst ein Teil des Landes geologisch erforscht ist, gilt Brasilien als eines der an Bodenschätzen reichsten Länder der Erde. Es verfügt über große Lager an Gold, Edel- und Schmucksteinen und unzähligen, teilweise seltenen, Erzen.
Das 16.Jahrhundert steht im Zeichen der Kolonialisierung
Brasilien wurde 1500 von einer portugiesischen Expedition unter Leitung von Pedro Álvares Cabral entdeckt. In der Folgezeit wurde es zur portugiesischen Kolonie ausgebaut, deren Wirtschaft auf der Sklaverei basierte. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts blieb Brasilien ein von Portugal abhängiges Vizekönigreich. 1807 floh der portugiesische Hof vor den napoleonischen Truppen nach Brasilien und der portugiesische Prinzregent machte Rio de Janeiro zur Hauptstadt des Königreiches von Portugal, Brasilien und der Algarve. Brasilien wurde somit die einzige Kolonie in der neuen Welt, die als Sitz eines europäischen Monarchen diente.
Nach der Rückkehr der Regierung im Jahre 1821 wurde die Regierung Brasiliens Dom Pedro IV, dem Sohn des portugiesischen Königs, übertragen. Dieser weigerte sich 1822, einem Beschluss des portugiesischen Parlaments zu gehorchen, der ihm die Herrschaft über Brasilien wieder entziehen und das Land erneut unter koloniale Verwaltung stellen sollte. Noch im gleichen Jahr erklärte er die Unabhängigkeit Brasiliens und ließ sich zum Kaiser krönen. Portugal erkannte die Unabhängigkeit 1825 an. Nach Abschaffung der Sklaverei 1888 lockte der Mangel an Arbeitskräften eine große Zahl von Einwanderern an.Die größten Gruppen unter ihnen waren neben Portugiesen und Spaniern, Deutsche, Italiener, Polen und Japaner. Vor allem die Pflanzer protestierten stark gegen die Abschaffung der Sklaverei - die Monarchie verlor dadurch ihre wichtigsten Unterstützer.
1889 wurde das brasilianische Kaiserreich durch einen Militärputsch gestürzt, die Republik wurde ausgerufen und die kaiserliche Familie ging ins Exil nach Europa. In den nächsten 40 Jahren kamen eine Reihe von militärischen und zivilen Präsidenten an die Macht, die unter Aufsicht der Streitkräfte regierten. Es kam immer wieder zu bürgerkriegsähnlichen Situationen und Zerrüttung der Finanzen. Hohe Staatsverschuldung und Überproduktion von Kaffee verbunden mit dessen Preissturz in der Weltwirtschaftskrise führten 1930 zum wirtschaftlichen Zusammenbruch.Durch die Krise gewann das Militär an politischem Einfluss und Diktator Getúlio Vargas blieb (mit kurzer Unterbrechung) bis 1954 an der Macht. 1954 wurde er vom Militär zum Rücktritt gezwungen und beging Selbstmord. Nachfolger wurde Juscelino Kubitschek, der den inneren Ausbau Brasiliens, vor allem die Industrialisierung und die Errichtung der neuen Hauptstadt Brasilia mit großer Energie betrieb - und damit den Staatshaushalt überlastete.
1964 begann eine 21-jährige Militärherrschaft, die die wichtigste Verfassungsgarantien außer Kraft setzte, Menschenrechtsverletzungen beging und Wirtschaft und Finanzen endgültig zerrüttete. Erst 1985 konnte die Demokratie mit Duldung des Militärs wiederhergestellt werden. In einer Verfassungsreform wurde 1988 das Präsidialsystem festgeschrieben. Durch eine Währungsreform wurde 1989 mit dem Abbau der hohen Auslandsschulden und der Wirtschaftskrise begonnen. Mit der Einführung des Real als neuer Währung wurde ab 1994 die Inflation weitgehend unter Kontrolle gebracht.
Im Jahr 2000 ging aus den Kommunalwahlen die Arbeiterpartei PT als Hauptgewinnerin hervor, zwei Jahre später wurde der Mitbegründer der PT und ehemalige Gewerkschaftsführer Luiz Inácio Lula da Silva zum Präsidenten gewählt. Damit übernahm erstmals ein sozialistischer Politiker das Amt des Staatspräsidenten.
2004 - Aussenpolitisch konnten einige Erfolge erzielt werden: die Rivalität mit Argentinien wurde beigelegt und Brasilien übernahm zum ersten Mal in seiner Geschichte eine größere Verantwortung und Rolle im Rahmen einer UN-Friedensmission in Haiti.
Bei der Präsidentenwahl 2006 gelang es Luiz Inácio Lula da Silva, sich gegen den Kandidaten Geraldo Alckmin ('Tucano') durchzusetzen.






